Chemie in unserer Kosmetik

Abfluss_DavidBlackwell

Werbung für Kosmetika preist die Produkte mit vielversprechenden Slogans: Seidiger Glanz, glatte Haut, bezaubernde Düfte, porentiefe Reinigung oder glänzendes Haar. Leider sind die Inhaltsstoffe der im Handel erhältlichen Kosmetika oft nicht so toll wie sie versprechen. Viele Produkte enthalten Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten.

 

Kosmetik geht unter die Haut

Im Durchschnitt enthalten heute im Handel übliche Kosmetikprodukte 20 bis 30 Inhaltsstoffe, laut Studien gelangen ca. 60 % dieser Stoffe in den Körper. Belastende Stoffe gelangen so in unseren Blutkreislauf und inneren Organe, wo sie sich teilweise anlagern können. Viele Stoffe wie Parabene, Silikone oder synthetische Düfte werden vor allem für die Konsistenz, Haltbarkeit, Farbe oder den Geruch des Produkt beigemischt, ohne erkennbare Funktion für die Pflege der Haut.

So enthalten viele Körperlotionen und Cremes zum Beispiel Mineralöle. Diese sind an Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum oder Vaseline zu erkennen. Sie werden aus Erdöl gewonnen. Mineralöle sind zwar in der Regel gut verträglich, liefern der Haut jedoch keine Nährstoffe sowie pflanzliche Öle, sondern dichten die Hautoberfläche ab. Dadurch wird die eigentliche Funktion der Haut gestört und Vitamine sowie andere Nährstoffe können von ihr nicht mehr aufgenommen werden. Das führt nicht selten zur Abhängigkeit vom stetigen Eincremen, auch als Paraffinabhängigkeit bezeichnet.

Silikon Valley

Ebenfalls aus Erdöl gewonnen werden Silikone. Silikone sind ein Kunststoff, der sich vor allem in vielen Cremes, Spülungen und Shampoos verbirgt. Sie bilden einen Film auf Haut oder Haar, ähnlich als würde man sich mit Frischhaltefolie einwickeln. Selbst wenn den Produkten pflegende Stoffe beigesetzt sind, können diese aufgrund der Silikonschicht nicht mehr von der Haut aufgenommen werden und verfehlen somit komplett ihre Wirkung. Zu erkennen sind Silikone an den Endungen „-cone“, „-xane“ oder dem Wortbestandteil „silan“.

Albatross at Midway Atoll RefugePhoto taken by Chris JordanPlastic Planet

Ein weiterer Inhaltsstoff ohne erkennbaren Pflegeeffekt für die Haut ist Mikroplastik. Mikroplastik sind ganz kleine, mit dem bloßen Auge kaum erkennbare Plastikkügelchen. Sie befinden sich unter anderem für einen Peelingeffekt in Zahnpasta und Duschgels. Aber sie werden auch in Cremes als billiges Füllmaterial verwendet.

Die Partikel sind so klein, dass sie von Kläranlagen nicht gefiltert werden können und so in Seen, Flüssen und schließlich im Meer landen. Das hat verheerende Auswirkungen für die Umwelt und damit auch für die Menschen: Tiere nehmen diese Mikropartikel mit ihrer Nahrung auf. Mikroplastik konnte laut Greenpeace so schon in Meerestieren, aber auch in Milch und Honig nachgewiesen werden.

Hormon-Cocktail

Bereits etwas größere öffentliche Aufmerksamkeit, dank diverser Kampagnen von NGOs, haben hormonell wirksame Stoffe in Kosmetika bekommen. Sie verstecken sich hinter Bezeichnungen wie Parabene, Phytalate oder Oxybenzon (chemischer UV-Filter). Dies sind synthetische Stoffe, die im Körper ähnlich wie Hormone wirken. Laut Studien von Global 2000 lassen sie sich mittlerweile im Blut, Harn oder Körpergewebe vieler Menschen nachweisen. Es wird davon ausgegangen, dass Kosmetikprodukte die Hauptursache für die Belastung mit diesen Schadstoffen darstellen. Besonders erschreckend ist, dass hormonell wirksame Stoffe schon in geringen Dosen eine große Wirkung haben können, besonders im Wachstumsalter, also bei Kindern, Jugendlichen und Föten. Sie stören Entwicklungsprozesse und werden u.a. mit einigen Krebsarten sowie Herzkreislauferkrankungen in Verbindung gebracht.

Belastung für die Umwelt

All diese Stoffe sind jedoch nicht nur für die Gesundheit bedenklich, sondern verschmutzen auch massiv unsere Umwelt. Nicht nur Mikroplastik gelangt in unsere Gewässer, auch hormonell wirksame Stoffe können nicht gefiltert werden. So können sie nicht nur auf hormonell gesteuerte Prozesse im Menschen einwirken, sondern auch bei Fischen und anderen Tieren Schäden anrichten.

Schongang einlegen

Um sich und die Umwelt vor diesen bedenklichen Stoffen zu schützen, können Sie…

… sich über die Inhaltsstoffe in ihren Pflegeprodukten informieren. Das geht mittlerweile ganz einfach mit Hilfe verschiedene Apps. Den Artikel dazu finden Sie hier.

… zu Naturkosmetikprodukten greifen. Was hinter dem Begriff „Naturkosmetik“ steckt, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

… schauen Sie in ihren Küchenschrank: Dort verbergen sich bestimmt ganz tolle Zutaten für selbstgemachte Kosmetika. Rezepte dazu gibt es hier.

… und teilen Sie ihr Wissen mit Freunden, Familie und Bekannten!

Weitere Infos…

… zu hormonell wirksamen Stoffen in Kosmetika gibt’s ausführlich und übersichtlich zusammengestellt bei Global 2000.

…zu Mikroplastik in Kosmetika gibt’s bei Greenpeace.

 

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